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Schweiz 2007

Spurensuche in der Schweiz 2007

Durch die Rückmeldungen aus meinen Briefen an die Schweizer Benediktinnerinnenklöster habe ich erfahren, dass 4 Klöster Gertruddarstellungen haben und Kloster Maria Rickenbach im Jahr 2007 150 Jahre ewige Anbetung feiert. Das ist für mich der Impuls, diese vier Klöster zu besuchen.

Welches Kloster ich zuerst ansteuern werde und wie überhaupt die Sache laufen wird, wie viele Tage ich unterwegs sein werde - überließ ich der Regie des hl. Geistes.
Über Bregenz - Lindau - St. Margarethen. Und dann in welche Richtung? Die genaue Lage der Klöster ist mir nicht bekannt. Ich muss mich aufs Durchfragen einstellen.

Als erstes Kloster ziele ich die Abtei St. Gallenberg bei Oberbüren an. Der Äbtissin Sr. Bernarda erkläre ich meine Anliegen. Sie öffnet und lässt mich Platz nehmen. Vor mir liegt das Buch: ”Benediktinerinnen-Abtei St. Gallenberg in Glattburg bei Oberbüren“- ein prachtvolles Buch über das Kloster. Die Äbtissin sagt, dass seit 250 Jahren hier ewige Anbetung gehalten wird. Da staune ich sehr. Als die Äbtissin für kurze Zeit entschwindet um eine Schwester zu rufen, blättere ich in dem Buch. Unter dem Stichwort St. Gertrud finde ich ein Bild: ”St. Gertrud bei der ewigen Anbetung.“ Ich kann nur staunen und danken. Da momentan das Thema Anbetungskapelle in Helfta so aktuell ansteht und ich unterwegs bin, um dafür Gebetshilfe zu erbitten, finde ich jetzt in der Schweiz dieses Bild und Anbetungsschwestern dazu. Gerne sagen die Schwestern zu, meinen Gebetswunsch aufzunehmen. Auch die Herz Jesu Verehrung ist ihnen ganz wichtig.

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Weiterfahrt über Zürich zum Kloster Heiligkreuz Cham bei Zug am gleichnamigen Zugersee. In einer Ortschaft zuvor sehe ich eine Ordensschwester stehen. Sie wartet darauf, mitgenommen zu werden. Wo mächten sie denn hin? Zum Kloster Cham. Das trifft sich gut.
Mir wird die Klosterkirche gezeigt. Im Altarraum: Christus in der Mitte, rechts und links anbetend Heilige. Auf dem linken Bild auch St. Gertrud und Mechthild von Hackeborn. Später kommt Priorin Sr. Simone dazu. Sie ist schon viele Jahre Priorin. Die Schwestern haben inzwischen die Schule aufgegeben. Kaum Nachwuchs. Aber die Stimmung ist gut, fröhlich, gelassen, voll Gottvertrauen.

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Kloster St. Lazarus in Seedorf bei Altdorf im Kanton Uri. Ich suche die Kirche auf. Vom Schwesternchor höre ich die Stimmen der Ordensfrauen. Sie beten das Abendgebet der Kirche. Ihr Psalmengesang ist so leicht und froh, ein Dienst vor Gott und eine Hilfe für die Welt. Nach dem Gebet kommt eine Schwester in den Altarraum. Ich spreche sie an und vereinbare mit ihr eine Messfeier am nächsten Morgen.

Priorin Sr. Maria führt mich durchs Kloster und zeigt mir die Gertrudbilder in der Kuppel und auch im Refektorium. Auf die Frage von was die Schwestern leben, erhalte ich die Antwort: von den Wohltätern. Die Schwestern haben nur geringe Einnahmen durch Honig und Paramentenstickereien. Die Landwirtschaft ist verpachtet. Die Schule aufgelöst. Die Gebäude und Räumlichkeiten müssten saniert werden. Ich denke ”im Herzen” den Schwestern eine Spende zu geben. Als ich daran gehe - kommt die Priorin Sr. Maria mir entgegen um mir eine Spende für Helfta zu geben. Sie nimmt nichts von mir an. Ich nehme nichts von ihr an. So sind wir beide sehr beschenkt und beglückt. Die Priorin verspricht, für Helfta und die Anbetung zu beten.

In Kloster Maria Rickenbach führt mich Priorin Sr. Andrea durch das Kloster. Sie zeigt die Darstellungen der hl. Gertrud und führt mich auch auf den Dachboden und zeigt mir eine Reihe von Heiligengestalten. Es gab eine Zeit, da wurden alle Heiligen ”vergoldet”. Zur Anbetung sagt sie, ihre Ordensgründerin hätte kurz vor ihrem Sterben eine Vision gehabt und gewünscht, dass die Schwestern hier bei der Wallfahrt eine Anbetung einrichten. Das war schon erstaunlich, so abgelegen, auf dieser Höhe, nur mit der Seilbahn erreichbar. Die Schwestern hätten sich dann mit den Mönchen im benachbarten Engelberg abgesprochen und diese hätten sie zu dem Schritt ermutigt. 1857 wurde durch Mutter Gertrud Leupi aus Wikon das Anbetungskloster hier errichtet. In wenigen Tagen wird das 150 Jahr-Jubiläum begangen. Die Schwestern haben vor allem auch am Anfang viel auf sich genommen. Um anzubeten mussten sie - Tag und Nacht - bei jedem Wetter zur Wallfahrtskirche gehen. Sie taten dies die ersten 7 Jahre bis sie eine eigene Kapelle bekamen. Die Anbetung hat sich durch alle Jahrzehnte gehalten. Da der Schwesternkonvent überaltert ist, kommen jetzt auch Laien den Schwestern in der Anbetung zu Hilfe. Sie sind fest eingeteilt. Sie kommen vom Tal, aus den Nachbarorten, aber auch aus Stans und Luzern. Sie fahren mit der Bahn hoch - verbringen Stunden in der Anbetung - übernachten - und fahren am nächsten Tag zurück. Den Schwestern werden viele Anliegen überbracht. Die Schwestern beten besonders auch für die bedrängte Kirche in ihrem Land - gerne nehmen sie unser Anliegen auf.

Ich bin voller Dankbarkeit für das Erlebte.
Wie sind diese 4 Klöster mit ihren Konventen ein Segen für die Schweiz, für die bedrängte Kirche, für die Priester und Bischöfe, die oft ein Martyrium mitmachen angesichts der heutigen Situation. Dem HERRN sei Dank für diesen froh gelebten Glauben, für die Liebe, die gelebte Treue und Anbetung.
Ich weiß auch unser Anliegen ”Anbetung am Herz-Jesu-Ort Helfta”€ bei diesen guten, lieben Schwestern bestens aufgehoben.

Nach einem Hinweis auf ein modernes Gertrudbild von Br. Stadler OSB nehme ich mir vor, bei der Rückfahrt einen Abstecher über Maria Stein bei Basel zu machen. Nach einem kurzen Besuch in der Gnadenkapelle und bei den Franziskanerinnen im Kurhaus komme ich an die Pforte des Benediktinerklosters von Maria Stein. Bruder Bernhard zeigt das Bild von Bruder Stadler. Es ist sehr beeindruckend. Es gibt wenige moderne Gertruddarstellungen. Unter ihnen ragt diese heraus. Ich bin sehr froh und dankbar, es im Original sehen zu können.

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Nach weiteren Aufgaben in Freiburg und Beuron, komme ich am nächsten Abend heil und sehr beschenkt nach Durach zurück.
         Der Name des HERRN sei gepriesen!


               Herzlich Vergelt´s Gott für alles!