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Mechthild v. Magdeburg

Mechthild von Magdeburg

Geboren um 1207 - gestorben um 1282
 

Werk: ”Das fließende Licht der Gottheit”

Die historisch verbürgten Nachrichten über sie sind spärlich.
Ihre Sprache beweist, dass sie unter den Eindrücken des Hoflebens aufgewachsen ist und aus dem Adel stammt. Sie ist die erste namentlich genannte Mystikerin, die in deutscher Sprache schrieb. Mechthild von Magdeburg ist eine der ungewöhnlichsten Personen der religiösen Frauenbewegung des Mittelalters. Sie ist von grosser innerer Freiheit, selbst- und gottesbewusst, dienend, fürsorgend, aber auch geistig unabhängig und wagemutig.

Um 1230 verlässt sie das Elternhaus und begibt sich in einen Magdeburger Beginenhof, um dort 40 Jahre lang ein strenges, geistliches Leben nach den evangelischen Räten zu führen.

Mechthild berichtet, dass sie schon mit 12 Jahren ”vom heiligen Geist“ angeredet wurde. Diese überaus innige Anrede kam alle Tage, 31 Jahre lang. Nach 30-jährigem Schweigen über ihre Glaubenserfahrungen vertraut sie sich ihrem Beichtvater und geistlichen Berater, dem Dominikaner Heinrich von Halle an. Er ermutigt sie, ihre Offenbarungen niederzuschreiben.

In den Jahren 1260 bis 1270 war Mechthild schweren Erschütterungen ausgesetzt. Anfeindungen ihrer Person und ihres Werkes bedrängen sie. Die Angriffe der Magdeburger Diözesansynode von 1261 gegen die Beginen setzen ihr so sehr zu, dass sie zeitweise zu ihren Verwandten zurückkehrt. Diese Anfechtungen mögen sie bewogen haben nach Helfta zu gehen. Etwa 1270 kommt sie nach Helfta und findet hier, nach Jahren der Verfolgung und Verkennung, herzliche Aufnahme.

Von den Jungen bewundert, ist sie mit ihrer Spiritualität und Persönlichkeit eine grosse Bereicherung für Helfta.

In Helfta wird das siebente und abschliessende Buch ihres Werkes ”Das fließende Licht der Gottheit“ verfasst, das die erblindete Mechthild von Magdeburg ab Kap.64 ihren Mitschwestern diktiert.

Mechthild stirbt um 1282 in Helfta.