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Gertrud von Helfta

Katechese von Papst Benedikt XVI. über die hl. Gertrud
www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/aud iences/2010/documents/hf_ben-xvi_aud_20101006_ge.html

Gertrud von Helfta (die Große)

Geboren 1256 - gestorben 1302 in Helfta


Bedeutende Werke: “Gesandter der göttlichen Liebe” (Legatus Divinae Pietatis) und “Geistliche Übungen” ( Exercitia Spiritualia)

Die heilige Gertrud wurde am 6. Januar 1256, wahrscheinlich in Thüringen geboren. Mit 5 Jahren kam sie in das Kloster Helfta. Sie lebte dort 40 Jahre bis zu ihrem Tod (vermutlich am 13. Nov. 1302). Ihre Offenbarungen sind gesammelt in den 5 Büchern des “Gesandten der göttlichen Liebe”. Ausserdem sind auch von ihr die ”Geistlichen Übungen“ erhalten.
Von der jungen Gertrud heisst es: Bereits als sie zur Schule geschickt wurde, ragte sie durch rasche Auffassungsgabe und helle Intelligenz vor allen Alters-Ordensgenossinnen weit hervor. Sie war allen an Weisheit und Wissen überlegen. Die Unterrichtssprache in der Klosterschule war Latein. Gertrud beherrschte diese Sprache in Wort, Schrift und Konversation. Sie studierte alle Bücher der Heiligen Schrift, darüber hinaus Augustinus, Gregor den Grossen, Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Bernhard von Clairvaux u.a. Sie studierte die sogen. 7 artes: Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik.

Gertrud, die zunächst die höchsten weltlichen Bildungsziele hatte, -kein Mann sollte sie an Wissen überragen, - hatte nach ihrer Bekehrung (am 27. Januar 1281 erhielt sie in einer ersten Christusvision die ”Gabe der inneren Zwiesprache” als Ziel nurmehr die Gotteswissenschaft. Um die Gotteswissenschaft ging ihr Ringen, um das Erlernen der Sprache der göttlichen Liebe im Heiligen Geist. Ihrer Theologie liegt der lebendige Umgang mit Gott zugrunde. Davon zeugen ihre Schriften. Die hl. Liturgie in Wort und Sakrament sind die Grundquellen ihrer Christusbegegnung.

Gertrud übersetzt Teile der Heiligen Schrift und der Väter. Sie fertigt Schriften an. Neben den Aufzeichnungen der Offenbarungen der hl. Mechthild v. Hackeborn (ihrer Lehrerin) schreibt sie ihre eigenen spirituellen Erfahrungen nieder. Dazu Gebete und Gebetsanweisungen. Eine grosse Zeit verwendet sie für die geistliche Wegbegleitung Ratsuchender in Gespräch und Brief, sowie für das stellvertretende Gebet vor allem für die Mitglieder der eigenen Gemeinschaft und für die Menschen, die mit ihren persönlichen Anliegen zu ihr kamen.

Als liebende Freundschaft erlebt Gertrud ihre Beziehung zu Jesus. Er hat Wohnung genommen in ihrem Herzen, entsprechend der Aussage des Evangeliums: ”Wenn einer mich liebt, wird er mein Wort bewahren und mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen”

Jesus verspricht Gertrud durch sein göttliches Herz das zu vollbringen, wozu dem Menschen die Kraft fehlt. Legatus III.23

Gertrud starb vermutlich am 13. November 1302 zu Helfta

Ihr Fest ist am 17. November ( in der Gesamtkirche am 16. November).
Ihr Grab ist unbekannt.